Baselland Transport AG (BLT)

   Be 4/8 201...259 (1987–)


Wagen 232 unmittelbar nach Einbau des Niederflur-Mittelteils (Aufnahme vom 7. Februar 1990).
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 9.356)

 

Am 25. Oktober 1986 erfolgte die Verknüpfung der Linien 10 (Aeschenplatz–Dornach) und 17 (Heuwaage–Rodersdorf) zur neuen Durchmesserlinie 10. Dies hatte einen weiteren Ansteig der Fahrgastzahlen zur Folge, so dass die bisher eingesetzten Doppeltraktionen, gebildet aus Be 4/6 201–266, nicht mehr zu genügen vermochten. Eine Erhöhung der Taktfrequenz zur Steigerung der Beförderungsleistung war wegen verschiedenen Einspurabschnitten nicht möglich.

Die BLT gab deshalb Ende 1986 Schindler Waggon AG Pratteln den Auftrag, einen sechsachsigen Gelenkwagen der Serie 201–266 zum Achtachser umzubauen. Ausgewählt wurde der Be 4/6 231, welcher aufgetrennt und um 6'200 mm langes Niederflur-Mittelteil («Sänfte») mitsamt zusätzlichem Laufdrehgestell erweitert wurde. Die Auslieferung erfolgte am 9. Juni 1987.

Der Prototyp bewährte sich ausgezeichnet, so dass in einer ersten Umbauaktion zwischen 1987 und 1989 19 Be 4/6 umgebaut wurden (Wagen 231–233, 236–238 und 244–256). 1994–1995 folgten in einer zweiten Umbauserie 22 weitere Fahrzeuge (Wagen 201–212 und 214–223). 1998–1999 wurden die letzten neun Be 4/6 umgebaut (Wagen 234–235, 239–243, 257 und 259). Die dazu benötigten Gelenke und Drehgestelle stammten von den Be 4/6 659–686 der BVB, welche ihrerseits mit einem andersartigen Niederflur-Mittelteil ausgestattet worden waren.

Die Be 4/8 201...259 verkehren auf allen drei BLT-Tramlinien 10, 11 und 17. Auf den Linien 10 und 11 laufen sie als führendes Fahrzeug in Doppeltraktion mit Be 4/6 und bis Ende 2011 in Randzeiten auch als Alleinfahrer. Auf der Linie 17 kommen sie mit Anhängewagen zum Einsatz. Einzelne Be 4/8 trugen Ganzwerbung.

Spätere Änderungen (Auswahl):

  • 1995–1997: Einbau von Führerstand-Klimageräten
  • 1997–2000: Ersatz der rotierenden Umformergruppe durch ein statisches Ladegerät
  • 2000–2002: Einbau neuer Bordrechner für IBIS-Leitsystem
  • ab 2005: Ersatz der Simatic durch Selectron
  • ab 2011: Rückbau der Einrichtungen für Anhängewagen-Betrieb (Aufgabe des Anhänger-Betriebes)

Mitte 2011 existierten 50 Be 4/8 und lediglich noch 16 ursprüngliche Be 4/6. Der Be 4/8 250 wurde Ende 2011 nach einer Entgleisung ausgemustert. 2012 begann die BLT, einzelne Be 4/8 wieder zu Be 4/6 zurückzubauen, da Veränderungen im Rollmaterialeinsatz nach der Ablieferung der Be 6/10 151–169 zu einem Überbestand an sechsachsigen Gelenkwagen führte. Drehgestelle und Mittelteile wurden abgebrochen.

 
Technische Daten nach Umbau:
Anzahl Wagen: 50
Wagennummern: 201...259
Im Linienbetrieb: 1987 bis
Mechanischer Teil: SWP
Elektrische Ausrüstung: BBC, S-E
Umbau: SWP
Umbaukosten/Wg.: k. A.
Länge über alles: 26'170 mm
Grösste feste Breite: 2'200 mm
Grösste feste Höhe: 3'660 mm
Radsatzabstand im Triebdrehgestell: 1'750 mm
Radsatzabstand im Laufdrehgestell: 1'700 mm
Drehgestellmittenabstand: 3 x 6'200 mm
Radsatzfolge: B'(2)(2)B'
Dienstgewicht: 32'000 kg
Sitz-/Stehplätze: 66+1/147
Höchstgeschwindigkeit: 65 km/h
Anzahl Fahrmotoren: 2
Hersteller/Typ: Siemens KB 2021-7 MP 02
Stundenleistung: 2 x 204 PS bzw. 2 x 150 kW
Übersetzungsverhältnis: 1:5,625
Bremsen: ▪ elektrische Widerstandsbremse
▪ indirekt wirkende Druckluftbremse
▪ Magnetschienenbremse
▪ hydromechanische Feststellbremse
▪ EPV für Anhängewagen-Druckluftbremse

 


Heckansicht des Be 4/8 236 (Aufnahme vom 9. Juli 1990 bei der Heuwaage).
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 9.434)

 


Mittelteil-Fertigung (1. Serie) bei Schindler Waggon AG (Aufnahme vom 14. März 1989).
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. –)

 

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Aktualisiert am 25. April 2013