Birseckbahn AG (BEB)

   C 61–63 (ex SSS; 1919–1954)


C 61 nach dem Umbau bei SIG. Der C 63 trug bis zum Rückzug aus dem Personenverkehr den 1907 eingeführten, grünen Birseckbahn-Anstrich. Die C 61 und 62 wurden im Laufe der Zeit gelb.
© Werkaufnahme SIG (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)

 

Der Bestand an Anhängewagen war knapp. Eine Nachbeschaffung der C 21–28 kam zunächst nicht in Frage, da der Preis für einen Wagen nun das Zweieinhalb- bis Dreifache betrug und die Unsicherheit bestand, ob wichtige, aus kriegsführenden Ländern zu beziehende Ausrüstungsteile überhaupt erhältlich waren. Im Juni 1918 ergab sich die Gelegenheit, von der Schwyzer Stras-senbahnen (SStB, vormals Strassenbahn Schwyz–Seewen (SSS)) drei sich in gutem Zustand befindende Motorwagen ohne deren elektrischer Ausrüstung zu günstigen Konditionen übernehmen zu können. Es handelte sich dabei um die Ce 2/2 1–3, welche mechanisch den Zürcher Ce 2/2 85...139 entsprachen, jedoch für den Betrieb auf der mit 500 V / 40 Hz Drehstrom elektrifizierten Strecke ausgelegt waren. Anlässlich der Streckenverlängerung von Schwyz nach Ibach wurde der Betrieb auf Gleichstrom umgestellt, weshalb die Ce 2/2 1–3 bereits 1914 ausgemustert wurden und bis zum Erwerb durch die BEB arbeitslos herumstanden.

Die BEB liess die Drehstrom-Motorwagen von der SIG in Neuhausen zu Anhängewagen umbauen. Dabei wurde ein neues Untergestell untergesetzt 1). Ferner erhielten die Anhänger eine Druckluftbremse, Übergangseinrichtungen, Steifkupplungen und Schlussleuchten auf dem Dach. Der über Längsbänke verfügenden Wagenkasten blieb weitgehend unverändert. Als C 61–63 kamen die Fahrzeuge Ende Januar 1919 in Betrieb.

1950 bis 1954 wurden die C 61–63 zu Dienstwagen X 105, 104 und 103 umgebaut. Der Fahrleitungs-Montagewagen X 103 (1950 aus dem C 63 entstanden) blieb bis 1970 erhalten. Der C 62 fand Verwendung zum Bau des Spreng- und Schleifwagens X 104, welcher durch Untersetzen von Pneurädern auch für den Strassentransport zur Birsigthalbahn geeignet war. Er wurde als letztes Schwyzer 1975 abgebrochen.

 
Technische Daten bei Inbetriebsetzung BEB:
Anzahl Wagen: 3
Wagennummern: 61 bis 63
Im Linienbetrieb: 1919 bis 1954
Mechanischer Teil: SWS, SIG
Anschaffungskosten/Wg.: k. A.
Länge über alles: 8'300 mm
Grösste feste Breite: 2'000 mm
Höhe über alles: 3'250 mm
Radsatzabstand: 2'500 mm
Taragewicht: 5'770 kg
Sitz-/Stehplätze: 16/18
Höchstgeschwindigkeit: 35 km/h
Bremsen: ▪ Solenoidbremse
▪ indirekt wirkende Druckluftbremse
▪ Handbremse

1) Die originalen Untergestelle wurden möglicherweise zu Ersatzteilen für Zürcher Motorwagen.

   

 

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Aktualisiert am 25. April 2015