Birsigthalbahn AG (BTB)

   BCe 4/4 7 (1923–1966)


BCe 4/4 im Ablieferungszustand mit den beiden stattlichen Siemens-Pantographen. Mit dem BCe 4/4 7 hielt auch der bekannte, blau-weissen Anstrich Einzug.
© Werkaufnahme BBC (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)

 

1922 gab die Birsigthalbahn AG einen siebten Motorwagen in Auftrag. Der BCe 4/4 7 stammte wiederum aus den Werkstätten in Schlieren (mechanischer Teil) und Münchenstein (elektrische Ausrüstung). Letztere gehörte allerdings nun der BBC und nicht mehr der EGA.

Der neue Motorwagen war rund einen Meter länger, aber etwa gleich stark wie die bisher vorhandenen BCe 4/4 1 bis 6. Er verfügte über je ein Zweit- und Drittklassabteil. Vor allem das Zweitklassabteil war besonders schön eingerichtet. Ursprünglich sollte der Wagen mit herkömmlichen Lyrabügeln bestückt werden. Aus praktischen Gründen wählte die Bahn dann doch Scherenstromabnehmer, welche jedoch günstiger von Siemens als von BBC bezogen werden konnten. Als Besonderheit waren die Stromabnehmer beim Wagen 7 stets rot lackiert.

Aus Sparsamkeit kam der BCe 4/4 7 anfänglich praktisch nur im Sonntagsverkehr zum Einsatz. Dies änderte spätestens nach dem Depotbrand von 1953. Fortan wurde der Motorwagen als zuverlässiges Arbeitstier geschätzt und hatte stattliche Abonnenten-Züge durchs Leimental zu ziehen. Die Höchstgeschwindigkeit konnte später auf 45 km/h gesteigert werden (wohl ab 1958).

Ersetzt durch die neuen Pendelzüge mit den ABe 4/4 11 bis 16 wurde der ABe 4/4 7 ab 1966 in die Reserve zurückgedrängt. Bis etwa 1974 kam es noch zu vereinzelten Einsätzen mit den Zuger-Anhängern. Die neue Verwendung bestand vorwiegend für Dienstzüge. Aufgrund der Aufhebung der ersten Wagenklasse bei der BTB änderte die Bezeichnung per 1. Juli 1973 von ABe 4/4 zu Be 4/4.

Spätere Änderungen (Auswahl):

  • 1942: Ersatz der beiden Siemens-Pantographen durch solche von BBC (Typ Ss), Montage eines Blitzschutzapparates.
  • 1950: Revision, vermutlich Neubemalung und -beschriftung.
  • 1954: Neuer Geschwindigkeitsmesser.
  • 1956: Revision und Modernisierung (neue MFO-Vielstufenkontroller, neue Stirnleuchten, Führerstand für sitzende Bedienung, Rollenachslager)
  • 1958: +GF+-Kupplungen, Charmilles-Druckluftbremse und SLM-Rotationskompressor anstelle der Vakuumbremsanlage, Pendelwiegen in den Drehgestellen.
  • 1966: Entfernung des talseitigen Pantographen (vorwiegend Verwendung als Dienstwagen).
  • 1968: Montage von Schneepflughalterungen, MFO-Kompressor aus dem ABe 4/4 6.

Anlässlich der Fusion der Basler Vorortsbahnen kam der Be 4/4 7 zur BLT, wo er mit unveränderter Wagennnummer weiterbetrieben wurde (siehe Be 4/4 7).

 
Technische Daten bei Inbetriebsetzung:
Anzahl Wagen: 1
Wagennummer: 7
Im Linienbetrieb: 1923 bis 1966
Mechanischer Teil: SWS
Elektrische Ausrüstung: BBC
Anschaffungskosten/Wg.: CHF 118'116.30
Länge über alles: 14'880 mm
Grösste feste Breite: 2'400 mm
Grösste feste Höhe: 3'480 mm
Radsatzabstand im Drehgestell: 2'100 mm
Drehgestellmittenabstand: 8'120 mm
Radsatzfolge: Bo'Bo'
Dienstgewicht: 27'700 kg
Sitz-/Stehplätze: 44/34
Höchstgeschwindigkeit: 35 km/h
Anzahl Fahrmotoren: 4
Hersteller/Typ: BBC GTM 6
Stundenleistung: 4 x 75 PS bzw. 4 x 55 kW
Übersetzungsverhältnis: 1:3,240
Bremsen: ▪ elektrische Widerstandsbremse
▪ Vakuumbremse
▪ Handbremse

 


ABe 4/4 7 nach der Modernisierung in den Fünfzigerjahren, bereits ohne den talseitigen Stromabnehmer, dafür mit Schneepflughalterungen an den Stossbalken (Aufnahme um 1969 beim Depot Oberwil).
© Claude Jeanmaire (Sammlung Tramclub Basel)

 

Zurück     Fahrzeugporträt     Serien-Übersicht     Weiter

 

Aktualisiert am 09. Dezember 2012