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 Birsigthalbahn AG (BTB)

   BCFe 4/4 21+22 (später 5+6) (ex MOB; 1953–1966)


BCe 4/4 5 vor dem Depot in Oberwil um 1965.
© Sammlung Tramclub Basel

 

Der Depotbrand in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar 1953 dezimierte den Rollmaterialbestand der Birsigthalbahn AG erheblich. Neben verschiedenen Anhängewagen und dem Dienst-Motorwagen Xe 2/2 202 verlor die Bahngesellschaft auch die BCe 4/4 4 und 6. Der BCe 4/4 9 wurde erheblich beschädigt und fiel für mehrere Monate aus. Vorerst musste die Bahn mit einem um ein Drittel reduzierten Motorwagen-Bestand auskommen.

Der Ausfall so vieler Fahrzeuge aus der ohnehin zu kleinen Flotte nötigte zu rascher Ersatzbeschaffung. Unter anderem liessen sich von der Montreux–Berner Oberland-Bahn (MOB) die beiden betagten BCFe 4/4 21 und 22 übernehmen. Diese wurden 1907 bei der Schweizerischen Industrie-Gesellschaft (SIG) bestellt und trugen einen eleganten stahlgrau-beigen Anstrich. Grössere Umbauten unterblieben. 1943 wich der eine Lyrabügel einem Pantographen, der andere blieb als Eiskratzer erhalten. Entsprechend ihrem ursprünglichen Einsatzgebiet besassen die 2,70 Meter breiten Wagen aus der Belle Epoque ein Gepäckabteil und ein Abort. Das Zweitklassabteil verfügte über einen Seitengang 1).

Bereits am 26. Januar 1953 konnte der am 17. Januar 1953 in Basel SBB GB («Güterbahnhof Wolf») angekommene BCFe 4/4 22 in den Einsatz geworfen werden. Zuvor mussten die Zentralpuffer sowie die Schraubenkupplungen durch Trichterkupplungen ersetzt und die Bremskupplungen, die Heiz-/Lichtstromkupplungen und die Wagenübergänge angepasst werden. Der Lyrabügel wurde entfernt und der Pantograph gegen einen solchen aus BTB-Beständen getauscht. Weitere Anpassungen sowie eine Umnumerierung erfolgten vorerst nicht. Der BCFe 4/4 21 traf am 28. Februar in Basel ein und wurde am 9. März 1953 in Betrieb genommen.

Nachdem die Brandversicherungssumme eingegangen war konnten die BCFe 4/4 21 und 22 im Juli 1953 käuflich übernommen werden. 1954 erhielten sie den BTB-Anstrich und – trotz Gepäckabteil – die neuen (freigewordenen) Bezeichnungen BCe 4/4 5 und 6. 1961 ersetzte man in den Erstklassabteilen (ehemalige zweite Wagenklasse) den Seiten- durch einen Mittelgang. Beim ABe 4/4 6 wurde gleichzeitig die Sitzplatzzahl im Zweitklassabteil (ehemalige dritte Wagenklasse) auf Kosten des Gepäckabteils und des WCs vergrössert (neu 36/24, zusätzlich 10 Klappsitze). Beim ABe 4/4 5 unterblieb ein entsprechender Umbau.

Spätere Änderungen (Auswahl):

Wegen ihrer verlateten Ausstattung und des harten Laufs waren die ABe 4/4 5 und 6 nicht eben beliebt. Sie wurden immer weniger eingesetzt, vor allem als nur noch wenige Anhängewagen mit Vakuumbremse vorhanden waren. 1966 wurden sie ausgemustert und in Rodersdorf abgebrochen.

 
Technische Daten bei Übernahme durch BTB:
Anzahl Wagen: 2
Wagennummern: 21 und 22 (ab 1954 5 und 6)
Im Linienbetrieb: 1953 bis 1966
Mechanischer Teil: SIG
Elektrische Ausrüstung: EGA
Anschaffungskosten/Wg.: k. A.
Länge über alles: 13'980 mm
Grösste feste Breite: 2'700 mm
Grösste feste Höhe: 3'700 mm
Radsatzabstand im Drehgestell: 2'100 mm
Drehgestellmittenabstand: 8'250 mm
Radsatzfolge: Bo'Bo'
Dienstgewicht: 28'000 kg
Sitz-/Stehplätze: 28/38 (zusätzlich 10 Klappsitze)
Ladefläche: 5 m2
Lastgrenze: 2'000 kg
Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h
Anzahl Fahrmotoren: 4
Hersteller/Typ: EGA
Stundenleistung: 4 x 65 PS bzw. 4 x 48,5 kW
Übersetzungsverhältnis: 1:4,500
Bremsen: ▪ elektrische Widerstandsbremse
▪ Vakuumbremse
▪ Handbremse

1) Bereits von Mai 1918 bis 1922 befand sich der bauähnliche CFe 4/4 1 der MOB bei der BTB in Miete (Fahrleistung: 18'461 Kilometer). Seine Motorenleistung betrug nur 180 PS; die Ausstattung des für den Lokalverkehr gedachten Wagens war eher spartanisch. Vorgängig mussten einige Engpässe in Binningen beseitigt werden. Einzelne Gleise in Oberwil und Flüh wurden mit einem Fahrverbot belegt.

   

 

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Aktualisiert am 09. Dezember 2012