Basler Verkehrs-Betriebe (BVB)

   C3 723–732 (später 1323–1332) (1943–1984)


C3 1323 um 1949. Noch sind die alten Steifkupplungen montiert und der Wagen ist noch nicht mit automatsichen Türen versehen.
© B.St.B./BVB (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)

 

1943 beschafften die Basler Strassenbahnen zehn Anhängewagen C3 723–732 zum Stückpreis von Fr. 61'630.–. Der Grosse Rat bewilligte den erforderlichen Kredit bereits am 30. Oktober 1941. Die Lieferfrist betrug eineinhalb Jahre. Lieferanten waren SIG (Wagenkasten) und SLM (Lenkuntergestell).

Im Gegensatz zu den älteren Dreiachsern unterschied sich das Untergestell der C3 723–732 durch aussen- statt innengelagerte Endachsen. Auf Flettnerlüfter wurde verzichtet. Kriegsbedingt mussten zudem weitere Vereinfachungen und Einsparungen vorgenommen werden. Ab 1947 erfolgte die Umnumerierung in 1323–1332.

Die dreiachsigen Anhängewagen verfügten über sehr gute, mit vierachsigem Rollmaterial durchaus vergleichbare Laufeigenschaften. Dies führte zum Entscheid, die B3 1323–1332 für den billeteurlosen Betrieb hinter modernem Rollmaterial herzurichten. So wurden im Jahre 1968 die linken Türen verschlossen und die rechten automatisiert – die Fahrzeuge waren somit nur noch Einrichtungswagen. In den Jahren 1971 bis 1973 erfolgte eine weitere Modernisierung. Die Dachrutenkupplungen wurden entfernt und die Stirnwandtüren verschlossen. Einzelne Plattformfenster erhielten Klappoberlichter. Ein Einsatz hinter altem Rollmaterial war fortan nicht mehr möglich.

Spätere Änderungen (Auswahl):

  • 1950–52: halbautomatische +GF+-Kupplungen (Länge über alles neu 11’230 mm)

Die B3 1323–1332 wurden meist auf den Bruderholzlinien, auf der ehemaligen Linie 7 nach Binningen oder zuletzt auf der Ringlinie 1/4 eingesetzt. 1984 erfolgte die Ausrangierung und der Abbruch oder die Veräusserung der Wagen (1326, 1328, 1329 und 1331 an BLT). Der B3 1331 war nur an die BLT ausgeliehen. Er fand 1995 als historisches Fahrzeug den Weg zurück zur BVB und wird seit 1997 vom Tramclub Basel betreut.

 
Technische Daten bei Inbetriebsetzung:
Anzahl Wagen: 10
Wagennummern:
723 bis 732 (ab 1947 1323 bis 1332)
Im Linienbetrieb:
1943 bis 1984
Mechanischer Teil:
SIG, SLM
Anschaffungskosten/Wg.: CHF 61'630.–
Länge über alles:
11'180 mm
Grösste feste Breite:
2'200 mm
Höhe über Dach:
3'235 mm
Gesamtradsatzabstand:
5'000 mm
Taragewicht:
7'400 kg
Sitz-/Stehplätze: 26/48
Höchstgeschwindigkeit:
36 km/h
Bremsen: ▪ indirekt wirkende Druckluftbremse
▪ Solenoidbremse
▪ mechanische Handbremse

 


Das Lenkuntergestell der C3 723–732 war massiver ausgeführt als jenes der älteren Dreiachser. Die Endachsen waren aussengelagert und die Blattfederpakte der Kastenabfederung längs angeordnet.
© Werkaufnahme SLM (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)



B3 1328 nach der Modernisierung mit automatischen Türen (Rosental Schlaufe, Herbst 1978).
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 33.90)

 

Zurück     Fahrzeugporträts     Serien-Übersicht     Weiter

Aktualisiert am 04. September 2016