Basler Verkehrs-Betriebe (BVB)

   C3 703–722 (später 1303–1322) (1933–1979)


Der B3 1317 wartet Mitte 1966 auf dem Abstellgleis auf dem Aeschenplatz auf neue Einsätze.
© Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen

 

Im Jahre 1934 stand die Eröffnung der Linie nach Binningen sowie jener über die Dreirosenbrücke bevor, was eine Aufstockung des Anhängewagenbestands der Basler Strassenbahnen unumgänglich machte. Der beantragte Kredit für zwanzig Dreiachser C3 703–722 (Stückpreis Fr. 40'400.–) wurde vom Grossen Rat am 18. Mai 1933 genehmigt.

Das von der SLM konstruierte und beim Wagen 702 erprobte dreiachsige Lenkuntergestell mit Innenlager-Radsätzen zeigte sich gegenüber Wagen mit nur zwei Achsen derart überlegen, dass es als zweckmässige Konstruktion für Basler Verhältnisse erachtet wurde.

Die C3 703–712 wurden von «Neuhausen» und die C3 713–722 von «Schlieren» geliefert. Der Wagenkasten konnte dank dem Lenkuntergestell gegenüber der zuletzt gelieferten Zweiachserserie um rund 1’500 mm länger ausgeführt werden, wodurch sich sechs Sitz- und sieben Stehplätze mehr unterbringen liessen. Der Mitteleinstieg des Musteranhängers 702 hatte sich jedoch nicht bewährt; die C3 703–712  erhielten die üblichen Endplattformen und entsprachen so bezüglich des Wagenkastens weitgehend dem Prototypen C 423 von 1930. Druckluftbremse, Stirnwandtüren und Übergangseinrichtungen waren selbstverständlich. Zur besseren Belüftung dienten Flettnerlüfter auf dem Dach. Auf umlegbare Rückenlehnen wurde verzichtet.

Die Wagen bewährten sich ausserordentlich gut; Umbauten erfolgten keine. Ab 1947 erhielten sie die Nummern 1303–1322.

Spätere Änderungen (Auswahl):

  • 1950–53: halbautomatische +GF+-Kupplungen (Länge über alles neu 11’230 mm)

Die aufgrund ihrer Laufruhe sehr beliebten Wagen verkehrten vorwiegend auf den Linien des Depot Dreispitz. Die Ausmusterung begann 1973 mit dem B3 1314. Die übrigen Wagen folgten bis 1979, wobei die nur B3 1303, 1308 und 1320 einem sofortigen Abbruch entgingen. Der B3 1320 wurde nach seiner Ausmusterung vom Tramclub Basel übernommen und konnte 1994 an den Verein «Nostalgiebahnen in Kärnten» weitervermittelt werden.

Der B3 1308 (mit ohnehin bemerkenswertem Lebenslauf, siehe Serien-Übersicht) kam in ein Museum in Viernheim (DE). Nach dessen Auflösung fand er Mitte 1990 den Weg zurück nach Basel, wo er wieder in Betrieb kam. 1996 erfuhr er einen Umbau zum «Edelweiss-Express» mit luxuriösem Interieur und blauer Aussenhaut. Am 18. August 2004 fiel er einem Brand im Depot Wiesenplatz zum Opfer.

Als betriebsfähiges historisches Fahrzeug verblieb der B3 1303 im Bestand der BVB.

 

 
Technische Daten bei Inbetriebsetzung:
Anzahl Wagen: 20
Wagennummern:
703 bis 722 (ab 1947 1303 bis 1322)
Im Linienbetrieb:
1933 bis 1979
Mechanischer Teil:
SIG, SLM (703–712)
SWS, SLM (713–722)
Anschaffungskosten/Wg.: CHF 40'400.–
Länge über alles:
11'180 mm
Grösste feste Breite:
2'200 mm
Höhe über Dach:
3'235 mm
Gesamtradsatzabstand:
5'000 mm
Taragewicht:
7'400 kg
Sitz-/Stehplätze: 26/48
Höchstgeschwindigkeit:
36 km/h
Bremsen: ▪ indirekt wirkende Druckluftbremse
▪ Solenoidbremse
▪ mechanische Handbremse

 


Innenansicht des C3 715. Die Sitze waren ungepolstert. Charakteristisch für diese Anhängewagen waren die anfänglich vorhandenen Kugelleuchten.
© Werkaufnahme SWS (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)


B3 708 im letzten Zustand als «Edelweiss-Express» (15. August 1997, Depot Wiesenplatz).
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 32.43)

 

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Aktualisiert am 04. September 2016