Basler Verkehrs-Betriebe (BVB)

   C 423–434 (später 1223–1234) (1932–1979)


C 1225 um 1950. Noch sind keine +GF+-Kupplungen montiert. Munter drehen auf dem Dach die beiden später abgebauten Flettnerlüfter.
© BVB (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)

 

Aufgrund der von Jahr zu Jahr steigenden Fahrgastzahlen führte die Verwaltung der damaligen Basler Strassenbahnen im Mai 1932 einen neuen, dichteren Fahrplan ein. Dafür bedurfte es unter anderem zusätzlicher Anhängewagen, wobei die B.St.B. nach eingehender Beratung wiederum von vierachsigen Fahrzeugen absehen.

Einem entsprechenden Kreditgesuch der B.St.B. gab der Grosse Rat statt, so dass zwölf Anhänger C 423–434 in Auftrag gegeben werden konnten. Wie die zur gleichen Zeit beschafften Motorwagen Ce 2/2 207–216 wurden auch die C 423–434 in leicht modernisierter Form erbaut. Hauptunterschied zu den C 376–422 ist der um 350 mm verlängerte Wagenkasten, so dass im Bereich der Kastkopfwände je zwei kurze Längssitze eingebaut und 20 statt nur 16 Sitzplätze angeboten werden konnten. Dabei musste allerdings auf umlegbare Rückenlehnen verzichtet werden.

Alle Wagen besassen die Druckluftbremse schon bei der Ablieferung und erfuhren während ihrer rund 45jährigen Einsatzzeit keine wesentlichen Umbauten.  Die Solenoidbremsen verfügten über Zugkraftbegrenzer, welche jedoch nur unzuverlässig arbeiteten und so im Laufe der Zeit entfernt wurden. 1947 erfolgte die Umnumerierung in C 1223–1234. Als einziger wurde der B2 1228 im Jahre 1965 für den Einsatz hinter modernem Rollmaterial hergerichtet.

Spätere Änderungen (Auswahl):


Die Anhänger bewährten sich gut und waren vorwiegend auf den Linien 12/14 nach Muttenz–Pratteln unterwegs. Die Ausrangierung begann 1972 mit den B2 1230 und 1234. Die restlichen Wagen folgten bis im Frühjahr 1979, als der Betrieb von Altbauwagen ein definitives Ende fand. Dem Abbruch entging der B2 1225, welcher vom Tramclub Basel übernommen und 1994 an den Verein «Nostalgiebahnen in Kärnten» für den Einsatz auf einer Museumsstrassenbahnlinie in Klagenfurt (AT) weitervermittelt werden konnte.

Als historisches Fahrzeug blieb der B2 1223 im Bestand der BVB. Zusammen mit dem passenden Motorwagen Ce 2/2 215 erhielt er 1988 eine dunkelgrüne Farbgebung mit gelben Zierlinien und rundem Baselstab. Ebenso wurde die alte Wagennummer 423 wieder angebracht.

 

 
Technische Daten bei Inbetriebsetzung:
Anzahl Wagen: 12
Wagennummern: 423 bis 434 (ab 1947 1223 bis 1234)
Im Linienbetrieb: 1932 bis 1979
Mechanischer Teil:
SWS
Anschaffungskosten/Wg.: CHF 29'800.–
Länge über alles:
9'730 mm
Grösste feste Breite:
2'200 mm
Höhe über Dach:
3'275 mm
Radsatzabstand:
3'100 mm
Taragewicht:
7'150 kg
Sitz-/Stehplätze: 20/55
Höchstgeschwindigkeit:
36 km/h
Bremsen: ▪ indirekt wirkende Druckluftbremse
▪ Solenoidbremse
▪ mechanische Handbremse

 


Ansicht der Stirnseite des C 430 (später 1230) kurz vor Ablieferung. Die freistehenden Schlussleuchten wurden anlässlich der Modernisierung in den Sechzigerjahren in den Obergurt versetzt. Die beiden Bremsluftschläuche weisen darauf hin, dass die Druckluftbremse bei dieser Fahrzeugserie von Anfang an vorhanden war.
© SWS (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)


Innenansicht desselben Wagens. Die Sitzbänke haben nun feste Rückenlehnen. Im Vordergrund sind die kurzen Längsbänke erkennbar.
© SWS (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)

 

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Aktualisiert am 04. September 2016