Basler Verkehrs-Betriebe (BVB)

   Be 4/4 457 (* 1967)


Der Be 4/4 457 aus der Grossraum-Motorwagenserie 457–476 blieb der Nachwelt als Museumsstück erhalten. 
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 3_16)

 

Im Rahmen ihre Rollmaterial-Erneuerungprogramms in der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre beschafften die Basler Verkehrs-Betriebe unter anderem zwanzig Grossraum-Motorwagen. Der Auftrag ging an Schindler Waggon, Pratteln, für den mechanischen Teil sowie an Brown, Boveri & Cie., Baden, und Siemens für den elektrischen Teil.

Die Be 4/4 457–476 waren das Resultat einer konsequenten Weiterentwicklung der Be 4/4 401–422, 423–452 bzw. der Be 4/4 453–456. Die Drehgestelle von SWP waren nun luftgefedert und verfügten über Scheibenbremsen. Der Fahrschalter von Siemens lag neu hinter dem Führerstand unter einem kurzen Längssitz. Gleich geblieben war der Wagenkasten, eine vollständig geschweisste und selbsttragende Konstruktion aus Stahlblechen und Pressprofilen. Zwar sind die Wagen noch mit Billeteursitz ausgeliefert worden (diese stammten aus den B 1416–1435). Bereits 1970 erfolgte jedoch deren Ausbau.

Entsprechend den sich veränderten Einsatzbedingungen und den steigenden Ansprüchen von Fahrgästen und Personal erfuhren die Be 4/4 457–476 teils markante Änderungen und Umbauten: Für den Einsatz in Vielfachsteuerung unter sich, mit den Be 4/4 477–502 und später auch mit den Be 4/6 659–686 baute die BVB-Werkstätte 1985 bis 1987 in die elf Wagen 466–476 die automatische Fahr-/Bremssteuerung SIBAS 16 von Siemens ein. Im Rahmen von Revisionen ab 1994 erhielten alle 20 Wagen kleinere Frontscheinwerfer und bequeme, vierstufige Einstiege. Als letzte Massnahme wurden 2003 die Be 4/4 457–465 mit Führerstand-Klimageräten nachgerüstet.

Die Be 4/4 457–476 wurden ursprünglich auf den Linien 5/15/16/26 eingesetzt und ersetzten dort das zweiachsige Rollmaterial. Die nicht mit der SIBAS-Steuerung versehenen Wagen blieben den Bruderholzlinien bis zum Schluss treu und fuhren nur höchst selten andere Destinationen an. Die für Mehrfachtraktion umgebauten Be 4/4 466–476 liefen ab 2000 hauptsächlich am Zugschluss von sogenannten Sandwichzügen Be 4/4 + B + Be 4/4 auf der Linie 3. Zuvor waren sie auf der Linie 6 im Einsatz.

Die Ausmusterung begann 2012 mit dem Be 4/4 462. Bis Ende 2016 schieden auch die übrigen Wagen aus dem Betrieb und wurden einer Entsorgungsfirma übergeben. Glücklicherweise konnte mit dem Be 4/4 457 ein Exemplar der Nachwelt erhalten werden, wobei der Wagen jedoch nicht mehr für den Fahrgastbetrieb verwendet werden kann.

Auskünfte über Extrafahrten unter www.bvb.ch oder
Tel. +41 61 685 14 14

 
Technische Daten:
Inbetriebsetzung: 18.08.1967
Museumswagen seit: 2016
Status: betriebsfähig, seit 2016 remisiert
Mechanischer Teil: SWP
Elektrische Ausrüstung: BBC, S-E
Länge über alles:
13'745 mm
Grösste feste Breite: 2'200 mm
Grösste feste Höhe: 3'750 mm
Radsatzabstand im Drehgestell: 1'860 mm
Drehgestellmittenabstände: 6'400 mm
Radsatzfolge: Bo'Bo'
Dienstgewicht: 20'000 kg
Sitz-/Stehplätze: 30+1/68
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
Anzahl Fahrmotoren: 4
Hersteller/Typ: BBC GLM 0300a
Stundenleistung: 4 x 90 PS bzw. 4 x 66 kW
Übersetzungsverhältnis: 1:6,286
Bremsen: ▪ elektrische Widerstandsbremse
▪ indirekt wirkende Druckluftbremse
▪ Magnetschienenbremse
▪ Handbremse
▪ EPV für Anhängewagen-Druckluftbremse

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Aktualisiert am 21. September 2016